Größere Schiffe senden über das Automatic Identification System (AIS) laufend ihre Kennung, Position, Geschwindigkeit und den Kurs über Grund. Dieses Funksignal dient zuerst der Sicherheit auf See: Andere Schiffe und die Verkehrszentralen an Land sollen jederzeit wissen, wer sich wo bewegt. Weil AIS unverschlüsselt sendet, kann es jeder empfangen, der eine Antenne in Reichweite hat.
Genau daraus entsteht die Karte auf dieser Seite. In Küstennähe ist die Abdeckung dicht, dort treffen neue Meldungen oft im Minutentakt ein. Auf offener See gibt es keine Landstationen mehr; dann hängt alles an Satellitenempfang, und zwischen zwei Positionen können Stunden liegen. Ein Schiff, das im Atlantik scheinbar stillsteht, fährt in Wirklichkeit weiter – es hat nur länger nichts von sich hören lassen.
Deshalb steht auf jeder Seite der Zeitpunkt der letzten Meldung dabei, und wir kennzeichnen ältere Stände ausdrücklich als das, was sie sind: die letzte bekannte Position, nicht der aktuelle Standort. Für die Reiseplanung ist das vollkommen ausreichend. Für die Navigation ist es ausdrücklich nicht gedacht – dafür gelten amtliche Seekarten und die Angaben der Reederei.