Bordgefühl
Die Pride of America nimmt innerhalb der NCL-Flotte und im gesamten US-Markt eine Sonderstellung ein: Sie fährt unter US-amerikanischer Flagge – als bislang letztes und einziges großes Kreuzfahrtschiff mit diesem Status. Möglich macht das eine Ausnahmeregelung im US-Passagierschifffahrtsrecht, dem Passenger Vessel Services Act von 1886 (PVSA). Das Gesetz schreibt eigentlich vor, dass Schiffe, die ausschließlich zwischen US-Häfen fahren, US-gebaut, US-geflaggt und mit überwiegend US-amerikanischer Besatzung betrieben werden müssen. Weil praktisch keine großen Kreuzfahrtschiffe mehr in den USA gebaut werden, umgehen andere Hawaii-Kreuzfahrten diese Regel, indem sie mindestens einen ausländischen Hafen anlaufen, etwa Ensenada in Mexiko oder Vancouver in Kanada. Für die Pride of America erwirkte der US-Kongress in den frühen 2000er-Jahren eine einmalige gesetzliche Ausnahme, die es dem Schiff erlaubt, unter US-Flagge zu fahren, obwohl Teile davon im Ausland fertiggestellt wurden. In der Reisebranche und in vielen Medien wird diese Sonderstellung häufig verkürzt als „Jones-Act-Schiff" bezeichnet; der eigentliche Jones Act regelt allerdings die US-Frachtschifffahrt und nicht Passagierschiffe – die korrekte Rechtsgrundlage für die Pride of America ist der PVSA. Diese Unterscheidung ist für die Beratung nebensächlich, für eine präzise Darstellung aber wichtig.

