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Kreuzfahrt-Routenänderungen 2026: AIDA, Mein Schiff und MSC

Sturm, Hafensperrungen und neue Winterprogramme verändern Kreuzfahrten im Herbst 2026. Was AIDA, Mein Schiff, MSC und andere Reedereien planen.

KI-bearbeitetes Symbolbild: Heck der MSC Seaside auf See; keine Aufnahme einer der genannten Reisen
KI-bearbeitetes Symbolbild nach vom Nutzer bereitgestellter Fotovorlage
In diesem Artikel

Aktuelle Änderungen im Überblick

Eine Kreuzfahrt beginnt oft lange vor dem Ablegen. Vielleicht mit der Vorstellung, morgens durch einen norwegischen Fjord zu gleiten, in einer mediterranen Hafenstadt einen Cappuccino zu trinken oder auf einer karibischen Insel zum ersten Mal die Füße in den warmen Sand zu setzen.

Doch manchmal nimmt eine Reise eine andere Richtung als geplant. Der Wind frischt auf, ein Hafen kann nicht sicher angelaufen werden, oder Entwicklungen an Land machen eine ganze Reiseregion für längere Zeit unplanbar.

Genau das erleben derzeit zahlreiche Kreuzfahrtgäste. Die letzten Oktobertage 2026 bringen ungewöhnlich viele Änderungen in den Fahrplänen verschiedener Reedereien. Betroffen sind unter anderem AIDA Cruises, TUI Cruises, MSC Cruises und Royal Caribbean.

Dabei sind längst nicht alle Veränderungen gleich. Während manche Schiffe lediglich einen Hafen gegen einen anderen tauschen, fallen andernorts komplette Kreuzfahrten aus. Gleichzeitig entstehen für die kommenden Wintermonate neue Routen, die Reisenden interessante Alternativen eröffnen.

Stand
28. Oktober 2026
Betroffen
Einzelne Reisen und Winterprogramme mehrerer Reedereien
Wichtig
Verbindlich ist die aktuelle Mitteilung zur gebuchten Reise

Norwegen unter Sturm: AIDAperla entdeckt plötzlich Dänemark

Eigentlich sollte es eine klassische Norwegenreise werden. Am 24. Oktober 2026 verließ AIDAperla Hamburg mit dem Ziel, einige der schönsten Küstenlandschaften Norwegens zu besuchen.

Auf dem Reiseplan standen Eidfjord, Bergen, Ålesund und Stavanger. Vier Häfen, die für unterschiedliche Seiten Norwegens stehen: tief eingeschnittene Fjorde, farbenfrohe Hafenviertel und eindrucksvolle Natur.

Doch das stürmische Herbstwetter machte der ursprünglichen Planung einen Strich durch die Rechnung.

Bereits zu Beginn musste AIDAperla den Seetag auf der Nordsee verkürzen und erreichte Kristiansand früher als ursprünglich vorgesehen. Das Schiff blieb dort über Nacht. Der geplante Besuch in Eidfjord entfiel.

Nach einem regulären Aufenthalt in Bergen folgte die nächste Änderung. Auch Ålesund konnte wegen der Wetterbedingungen nicht sicher angelaufen werden.

Stattdessen erreichte AIDAperla am 28. Oktober Stavanger bereits einen Tag früher. Für den 29. Oktober ist nun Skagen im Norden Dänemarks vorgesehen.

Damit verändert sich die Reise deutlich: Zwei der ursprünglich geplanten vier norwegischen Häfen fallen aus. Als zusätzliche Ziele kommen Kristiansand und Skagen hinzu.

Warum Skagen trotzdem ein besonderes Reiseziel ist

Skagen liegt an der nördlichen Spitze Jütlands. Der kleine dänische Ort ist für seine hellen Sandstrände, charakteristischen gelben Häuser und seine besondere Lichtstimmung bekannt.

Ein faszinierender Ausflug führt nach Grenen. Dort treffen die Gewässer von Skagerrak und Kattegat aufeinander – eine Landschaft aus Sand, Dünen und Meer, in der sich die Wasserbewegungen beider Seiten beobachten lassen.

Natürlich ersetzt ein Spaziergang am dänischen Strand nicht den erhofften Anblick eines norwegischen Fjords. Dennoch zeigt diese Änderung, dass ein Ersatzhafen durchaus einen eigenen Reiz haben kann.

Die Rückkehr der AIDAperla nach Hamburg ist weiterhin für den 31. Oktober vorgesehen.

AIDAluna: Aus Norwegens Fjordwelt werden Kopenhagen und Oslo

Auch AIDAluna musste ihren Reiseverlauf deutlich verändern.

Das Schiff startete am 24. Oktober in Warnemünde zu einer siebentägigen Norwegenkreuzfahrt. Vorgesehen waren Kristiansand, Bergen, Vik und Eidfjord.

Die tatsächliche Reise begann jedoch mit einer verspäteten Abfahrt. Anschließend wich das Schiff nach Kopenhagen aus.

Ausgerechnet die dänische Hauptstadt, ursprünglich überhaupt nicht Teil der Kreuzfahrt, wurde damit zum ersten Reiseziel.

Am 27. Oktober stand Oslo auf dem angepassten Fahrplan. Kristiansand, Bergen und Vik entfielen. Eidfjord blieb nach dem zuletzt veröffentlichten Reiseverlauf als norwegisches Ziel erhalten.

Für Reisende bedeutet das einen bemerkenswerten Wechsel des Urlaubscharakters.

Wer sich auf stille Fjordlandschaften und kleine norwegische Orte gefreut hatte, entdeckt nun zwei skandinavische Hauptstädte. Kopenhagen begeistert mit seinem historischen Hafenviertel Nyhavn, eleganter Architektur und nordischer Lebensart. In Oslo verbinden sich modernes Stadtleben und maritime Atmosphäre mit unmittelbarer Nähe zur Natur.

Auch AIDAnova reagierte auf die Wetterlage. Das Schiff erreichte Oslo am 25. Oktober früher als ursprünglich vorgesehen. Eine solche Anpassung kann dazu beitragen, längere Fahrten durch besonders unruhige See zu vermeiden.

Die Ereignisse zeigen, wie unterschiedlich Kapitäne auf dasselbe Wetter reagieren müssen. Während ein Schiff einen Hafen auslässt, kann ein anderes sein Ziel bewusst früher erreichen.

Wenn der Wind die Elbe sperrt: Auch Mein Schiff und MSC betroffen

Nicht nur Norwegenkreuzfahrten sind von den Stürmen betroffen. Auch auf klassischen Westeuropareisen zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien mussten die Fahrpläne angepasst werden.

Besonders deutlich wird das an der Mein Schiff Relax.

Das Kreuzfahrtschiff sollte am Abend des 25. Oktober in Hamburg zu einer Metropolenreise aufbrechen. Vorgesehen waren Southampton, Le Havre, Zeebrügge und Rotterdam.

Doch die starken Winde machten eine sichere Elbpassage zunächst unmöglich. Statt am Sonntagabend verließ das Schiff Hamburg erst am Montagmorgen gegen 7 Uhr.

Der verlorene Zeitraum ließ sich nicht ohne Weiteres aufholen. Deshalb musste Southampton aus der Route gestrichen werden.

Die Mein Schiff Relax nahm direkt Kurs auf Le Havre. Die weiteren vorgesehenen Ziele blieben zunächst Bestandteil des angepassten Reiseplans.

Ein anderer Abfahrtshafen kann größere Folgen haben als ein ausgefallener Landgang.

Das zeigt die MSC Preziosa. Weil Hamburg wetterbedingt nicht wie geplant angelaufen werden konnte, verlegte MSC Cruises den Gästewechsel am 25. Oktober nach Bremerhaven.

Für Gäste bedeutete das nicht nur eine andere Hafenkulisse. Auch Anreise, Transfers und die Organisation der Einschiffung mussten angepasst werden.

Das Schiff konnte Bremerhaven schließlich am Morgen des 26. Oktober verlassen. Die weiteren Häfen der neuen Westeuropareise blieben nach dem damaligen Stand vorgesehen.

Noch eine andere Kombination von Problemen erlebten Gäste der MSC Virtuosa. Auf der Reise vom 24. bis 31. Oktober ab Southampton führten schlechtes Wetter im Ärmelkanal und in der Biskaya sowie angekündigte Streiks in Frankreich zu mehreren Änderungen.

La Rochelle entfiel wegen der erwarteten Seebedingungen, Le Havre wegen der angekündigten Arbeitskampfmaßnahmen. Dafür wurde ein Besuch im spanischen Vigo für den 29. Oktober eingeplant.

Vigo liegt an der galicischen Atlantikküste und bietet mit seiner Altstadt, dem maritimen Flair und der regionalen Küche einen reizvollen Ersatzstopp.

Dennoch macht gerade dieses Beispiel deutlich, dass Routenänderungen nicht ausschließlich durch Stürme entstehen. Auch Streiks, Hafenbeschränkungen und andere Ereignisse an Land können den Reiseverlauf verändern.

Mein Schiff 3: Wenn aus einer Routenänderung eine Reiseabsage wird

Für Gäste der Mein Schiff 3 ist die Situation wesentlich einschneidender.

Nach einem Zwischenfall beim Auslaufen aus Bremerhaven am 25. Oktober 2026 wurde das Schiff technisch untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Schäden entstanden waren, die Reparaturarbeiten in einer Werft erforderlich machen.

TUI Cruises bestätigte deshalb am 26. Oktober die Absage der aktuellen Kanarenreise.

Damit unterscheidet sich dieser Fall deutlich von einem ausgefallenen Hafen: Die gebuchte Kreuzfahrt kann nicht wie geplant stattfinden.

Für bereits gebuchte Gäste stellt sich nun die Frage nach Erstattung, einer möglichen Alternative und gegebenenfalls separat gebuchten Anreiseleistungen.

Besonders wichtig ist, dass TUI Cruises auch die Auswirkungen auf nachfolgende Reisen prüft. Zum Redaktionsstand am 28. Oktober war noch nicht abschließend geklärt, ob weitere Abfahrten betroffen sein werden.

Wer eine Reise mit Mein Schiff 3 für November oder Dezember 2026 gebucht hat, sollte daher die offiziellen Mitteilungen der Reederei aufmerksam verfolgen.

Kanada statt Bermuda: Auch in Amerika ändern Kreuzfahrtschiffe ihren Kurs

Wie weit eine kurzfristige Umplanung gehen kann, zeigt derzeit Royal Caribbean.

Die Independence of the Seas sollte am 24. Oktober von Cape Liberty nahe New York zu einer fünftägigen Kreuzfahrt nach Bermuda aufbrechen.

Bermuda ist für seine hellen Strände, das türkisfarbene Wasser und sein mildes Klima bekannt – eine klassische Sehnsuchtsdestination für Gäste an der amerikanischen Ostküste.

Doch die Wetterentwicklung über dem Atlantik ließ eine sichere und komfortable Fahrt dorthin nicht zu.

Royal Caribbean entschied sich deshalb für eine vollständig andere Richtung. Statt Bermuda stand das kanadische Saint John in der Provinz New Brunswick auf dem Reiseplan, einschließlich einer Übernachtung im Hafen.

Für Reisende ist das eine erhebliche Veränderung. Statt subtropischer Inselatmosphäre erwarten sie eine kanadische Hafenstadt an der Bay of Fundy, die für ihren außergewöhnlichen Tidenhub bekannt ist.

Royal Caribbean gewährte den betroffenen Gästen nach den veröffentlichten Informationen je nach Kabinenkategorie ein erstattungsfähiges Bordguthaben zwischen 150 und 500 US-Dollar pro Kabine. Dabei handelt es sich um eine auf diese Reise bezogene Leistung, nicht um einen allgemein geltenden Entschädigungssatz.

Auch an der mexikanischen Pazifikküste wurden in diesem Oktober Fahrpläne umgestellt. Die Brilliant Lady von Virgin Voyages sollte ursprünglich die mexikanischen Ziele Cabo San Lucas, Mazatlán und Puerto Vallarta anlaufen.

Wegen tropischer Wetterentwicklungen wurde die Reise vom 10. bis 17. Oktober jedoch auf eine Alternativroute mit Santa Barbara, San Diego und Ensenada umgestellt.

Und auch Gäste der Mein Schiff 1 bekamen die Wetterbedingungen zu spüren. Auf ihrer laufenden Reise von der US-Ostküste in Richtung Karibik entfiel am 27. Oktober der geplante Anlauf in Miami wegen starker Winde und Überschwemmungen im Küstenbereich.

Diese Beispiele verdeutlichen: Routenänderungen sind kein rein europäisches Phänomen. Ob Nordatlantik, Karibik oder Pazifik – überall müssen die Reedereien ihre Fahrpläne an aktuelle Sicherheitsbedingungen anpassen.

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Die große Veränderung: Warum die Reedereien ihre Winterrouten neu planen

Während Herbststürme vor allem einzelne Reisen beeinflussen, zeichnet sich für die kommenden Wintermonate eine wesentlich größere Veränderung ab.

Die anhaltend unsichere Lage im Nahen Osten hat mehrere Reedereien dazu veranlasst, ihre geplanten Orientkreuzfahrten abzusagen.

Die Folgen reichen weit über die ursprünglich betroffenen Schiffe hinaus. Denn wenn ein großes Kreuzfahrtschiff nicht mehr in einer Region eingesetzt werden kann, muss es ein anderes Fahrtgebiet erhalten. Dadurch verändert sich häufig auch die Einsatzplanung weiterer Schiffe.

Für Reisende entstehen deshalb neue Möglichkeiten.

AIDA: Winterliche Fjorde statt Dubai:

AIDA Cruises hat die für den Winter 2026/2027 geplanten Orientreisen mit AIDAprima abgesagt.

Stattdessen bietet die Reederei ein neues Winterprogramm mit Abfahrten unter anderem ab Kiel, Gran Canaria und Teneriffa an.

Besonders interessant ist die Entscheidung, Norwegen auch im Winter stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

AIDAprima soll in der Wintersaison unter anderem Flåm am Aurlandsfjord besuchen. Die Landschaft entfaltet gerade im Winter einen eigenen Reiz: schneebedeckte Berge, stille Fjordarme und kleine Orte, die sich deutlich von der lebhaften Sommersaison unterscheiden.

Auch Ostseemetropolen gehören zum neuen Programm. Über Weihnachten und den Jahreswechsel sind Reisen mit Zielen wie Tallinn, Helsinki, Oslo und Kopenhagen vorgesehen.

Damit zeigt AIDA, dass Nordeuropa längst nicht mehr ausschließlich ein Sommerreiseziel ist.

Auch für den Winter 2027/2028 wurden die Orientreisen gestrichen. AIDAperla soll dann stattdessen unter anderem ab Kiel in Nordeuropa eingesetzt werden.

Costa: Die Kanarischen Inseln gewinnen ein großes Kreuzfahrtschiff:

Costa Kreuzfahrten hat ebenfalls Konsequenzen aus der Situation im Nahen Osten gezogen.

Die Costa Smeralda sollte ursprünglich im Winter 2026/2027 im Persischen Golf unterwegs sein. Nun wird das große Kreuzfahrtschiff stattdessen auf den Kanarischen Inseln eingesetzt.

Geplant sind einwöchige Reisen, die verschiedene Kanareninseln mit Madeira verbinden.

Für Urlauber eröffnet das abwechslungsreiche Möglichkeiten. Teneriffa lockt mit der Vulkanlandschaft rund um den Teide, Gran Canaria mit seinen Stränden und kontrastreichen Landschaften. Auf Madeira erwarten Reisende üppig grüne Berge, eindrucksvolle Küsten und die lebendige Inselhauptstadt Funchal.

Auch die Costa Pacifica erhält dadurch neue Aufgaben. Sie soll nach einem Werftaufenthalt unter anderem im westlichen Mittelmeer sowie auf längeren Reisen nach Südeuropa und Nordafrika eingesetzt werden.

MSC: Von der Arabischen Halbinsel zu den Kleinen Antillen:

Eine besonders weitreichende Veränderung gibt es bei MSC Cruises.

Die MSC World Europa sollte ursprünglich von November 2026 bis April 2027 im Nahen Osten unterwegs sein. Stattdessen hat MSC das Schiff für die Karibik eingeplant.

Auf den neuen sieben- und vierzehntägigen Reisen stehen unter anderem Martinique, Guadeloupe, Barbados, St. Lucia, Grenada, Antigua und Dominica im Mittelpunkt.

Für Kreuzfahrtliebhaber ist das eine attraktive Kombination aus französisch-karibischer Kultur, tropischen Landschaften, historischen Hafenstädten und zahlreichen Stränden.

Die Entscheidung hat zugleich Auswirkungen auf andere Schiffe der MSC-Flotte. Die MSC Seaview wird für die Wintersaison 2026/2027 nach Südamerika verlegt.

Auch für 2027/2028 hat MSC die Einsatzplanung geändert: Die MSC World Europa soll dann im westlichen Mittelmeer fahren, während die neue MSC World Asia in der südlichen Karibik eingesetzt werden soll.

Damit ergeben sich langfristig neue Kombinationen aus Schiffen, Reisezeiten und Fahrtgebieten.

Mein Schiff Flow: Nordeuropa wird zum Winterreiseziel:

Auch TUI Cruises hat sein Winterprogramm angepasst.

Die Mein Schiff Flow, die ursprünglich für den Orient vorgesehen war, wird im Winter 2026/2027 in Nord- und Westeuropa eingesetzt.

Das neue Programm umfasst winterliche Naturerlebnisse, Städtereisen und kürzere Kreuzfahrten.

Gerade diese Kombination ist interessant: Wer für seinen Urlaub keine Fernreise antreten möchte, findet damit zusätzliche Kreuzfahrtmöglichkeiten ab deutschen Häfen.

Die Entscheidung zeigt eine Entwicklung, die über die aktuelle Situation hinausreichen könnte: Winterkreuzfahrten in Nordeuropa gewinnen als eigenständiges Reiseerlebnis an Bedeutung.

Warum können große Kreuzfahrtschiffe nicht einfach jeden Hafen anlaufen?

Auf den ersten Blick erscheint es manchmal unverständlich, warum ein modernes Kreuzfahrtschiff mit mehreren Tausend Gästen wegen starken Windes einen Hafen auslassen muss.

Schließlich sind diese Schiffe für Fahrten auf offener See gebaut.

Doch die Herausforderungen liegen häufig nicht auf dem offenen Meer, sondern bei der Einfahrt in einen Hafen.

Große Kreuzfahrtschiffe bieten dem Wind mit ihren hohen Aufbauten eine erhebliche Angriffsfläche. Besonders bei seitlichen Böen können Hafenmanöver schwierig werden. Hinzu kommen Strömungen, Wellen, begrenzte Fahrwasser und die Sicherheitsvorgaben der jeweiligen Hafenbehörden.

Ein Schiff kann daher durchaus sicher auf See unterwegs sein, während das Einlaufen in einen bestimmten Hafen zu riskant wäre.

Ein weiterer Unterschied besteht zwischen Häfen mit direktem Liegeplatz und sogenannten Tenderhäfen. Dort ankert das Schiff vor der Küste und die Gäste werden mit kleineren Booten an Land gebracht.

Schon vergleichsweise hoher Wellengang kann einen solchen Transfer unmöglich machen, selbst wenn das Kreuzfahrtschiff selbst problemlos vor Anker liegen könnte.

Für Kapitäne bedeutet das, ständig zwischen Wettervorhersagen, nautischer Sicherheit, verfügbaren Liegeplätzen und dem Zeitplan der Reise abzuwägen.

Welche Rechte haben Reisende bei einer Routenänderung?

Für Kreuzfahrtgäste ist eine geänderte Route häufig enttäuschend, besonders wenn ein bestimmter Hafen der wichtigste Grund für die Buchung war.

Rechtlich kommt es jedoch auf die konkrete Veränderung der gebuchten Reiseleistung an.

Vor Reisebeginn: Wird eine wesentliche Eigenschaft der Pauschalreise erheblich geändert, kann nach deutschem Pauschalreiserecht ein Anspruch bestehen, die Änderung abzulehnen und ohne Stornogebühren vom Vertrag zurückzutreten. Kleinere Änderungen führen dagegen nicht automatisch zu diesem Recht.

Während der Kreuzfahrt: Entfallen vereinbarte Leistungen oder wird die Route erheblich verändert, kann grundsätzlich eine Reisepreisminderung in Betracht kommen. Maßgeblich sind der Reisevertrag, der tatsächliche Verlauf und die Auswirkungen auf das Reiseerlebnis.

Dabei ist wichtig, zwischen einer Preisminderung und einem zusätzlichen Schadensersatzanspruch zu unterscheiden. Außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände können Schadensersatzansprüche ausschließen, ohne dass damit jede mögliche Preisminderung automatisch entfällt.

Wer eine erhebliche Abweichung feststellt, sollte diese möglichst zeitnah beim Reiseveranstalter oder über die dafür vorgesehenen Ansprechpartner melden und die Änderung dokumentieren.

Bei einer vollständigen Absage durch den Reiseveranstalter besteht grundsätzlich Anspruch auf die Erstattung des Reisepreises. Separat gebuchte Flüge oder Hotels sind dagegen nicht automatisch mit abgesichert. Deshalb lohnt es sich, bereits bei der Buchung auf die Kombination von Kreuzfahrt und Anreise zu achten.

Eine pauschale Entschädigung für jeden ausgelassenen Hafen gibt es nicht. Jeder Fall muss individuell beurteilt werden.

Worauf Kreuzfahrturlauber jetzt besonders achten sollten

Wer in den kommenden Wochen eine Kreuzfahrt antritt, muss nicht grundsätzlich mit Problemen rechnen. Die geschilderten Fälle betreffen konkrete Schiffe, Reisen und Fahrtgebiete. Daraus lässt sich keine allgemeine Aussage über alle bevorstehenden Kreuzfahrten ableiten.

Es empfiehlt sich allerdings, den Reiseverlauf kurz vor der Abfahrt noch einmal zu kontrollieren.

Besonders wichtig sind aktuelle Mitteilungen der Reederei, Änderungen des Einschiffungshafens sowie mögliche neue Anforderungen an Landausflüge und Einreisedokumente.

Auch bereits gebuchte private Ausflüge sollten überprüft werden. Wird ein Hafen kurzfristig gestrichen, gelten für unabhängig gebuchte Leistungen möglicherweise andere Erstattungsbedingungen als für Ausflüge, die direkt über die Reederei organisiert wurden.

Wer sich vor allem für ein bestimmtes Reiseziel entscheidet, sollte außerdem die Jahreszeit berücksichtigen. Gerade Nordatlantik- und Nordeuropareisen können im Herbst und Winter stärker von wechselhaften Wetterbedingungen geprägt sein.

Das bedeutet nicht, auf solche Kreuzfahrten verzichten zu müssen. Im Gegenteil: Winterliche Landschaften, ruhigere Hafenstädte und eindrucksvolle Naturerlebnisse können eine solche Reise besonders attraktiv machen.

Entscheidend ist, die Vorzüge des gewählten Fahrtgebiets zu kennen und gleichzeitig eine gewisse Flexibilität mitzubringen.

Fazit: Neue Wege, neue Reiseerlebnisse – aber Planungssicherheit bleibt entscheidend

Die aktuellen Routenänderungen zeigen, wie dynamisch die internationale Kreuzfahrtbranche ist.

AIDAperla nimmt wegen eines Sturms Kurs auf Skagen. AIDAluna entdeckt statt mehrerer norwegischer Häfen Kopenhagen und Oslo. Royal Caribbean ersetzt Bermuda durch Kanada. Gleichzeitig planen AIDA, Costa, MSC und TUI Cruises ihre Winterprogramme teilweise grundlegend neu.

Für Reisende entstehen dadurch sowohl Herausforderungen als auch interessante Alternativen.

Die Kanarischen Inseln erhalten zusätzliche Kreuzfahrtkapazitäten, die südliche Karibik wird von neuen großen Schiffen angesteuert, und Nordeuropa entwickelt sich zunehmend auch im Winter zu einem attraktiven Kreuzfahrtgebiet.

Dennoch bleibt eine wichtige Unterscheidung: Ein schöner Ersatzhafen ist nicht automatisch gleichwertig mit dem ursprünglich gebuchten Reiseziel. Die Erwartungen und vertraglichen Ansprüche der Gäste verdienen deshalb ebenso viel Aufmerksamkeit wie die Sicherheit auf See.

Denn am Ende besteht der Reiz einer Kreuzfahrt nicht allein darin, möglichst viele Häfen zu besuchen. Es geht um die Freude am Entdecken, um außergewöhnliche Landschaften und um das Gefühl, unterwegs zu sein.

Manchmal beginnt ein unvergessliches Reiseerlebnis gerade dort, wo es ursprünglich gar nicht geplant war.

Redaktionsstand: 28. Oktober 2026. Die genannten kurzfristigen Routenänderungen entsprechen den zum Recherchezeitpunkt veröffentlichten Informationen. Wetterbedingte Anpassungen können sich auch während laufender Reisen erneut ändern. Verbindlich für eine konkrete Buchung sind die jeweils aktuellen Mitteilungen der Reederei beziehungsweise des Reiseveranstalters.

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